Die Offshore-Umlage (Haftungsumlage) nach dem EnWG

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Der Strompreis steigt und steigt. Über 600 Energieversorger haben auch für 2013 Strompreiserhöhungen von durchschnittlich 12% angekündigt. Preisstreibende Faktoren sind die Erhöhung der EEG-Umlage, sowie die der Netzentgelte und der KWK-Umlage. Hinzu kommt die neue Offshore-Haftungsumlage nach der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) von 2012.

Was ist die Offshore-Umlage?

Die Offshore-Haftungsumlage ist ab dem 01.01.2013 ein neuer Bestandteil des Strompreises für Letztverbraucher von Strom. Mit der Umlage übernehmen die Verbraucher zu einem großen Teil Schadensersatzkosten, die durch verspäteten Anschluss von Offshore-Windparks an das Übertragungsnetz an Land oder durch langdauernde Netzunterbrechungen entstehen können.
Die Offshore-Haftungsumlage ist quasi eine "Vollkasko-Versicherung für Netzbetreiber", nur dass die Versicherungsbeiträge nicht der Netzbetreiber zahlt, sondern der Verbraucher.

Wieviel macht die Offshore-Umlage aus?

Die Offshore-Umlage soll für drei Jahre ab 2013 nicht mehr als 0,25 ct/kWh für Letztverbraucher mit einem jährlichen Stromverbrauch bis 1.000.000 kWh betragen. Ein Drei-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3500 kWh muss infolge der Haftungsumlage 8,75 € netto mehr im Jahr zahlen. Macht 10,41 € inklusive Mehrwertsteuer.
Tipp: Mit unserem neuen Strompreisbestandteile Rechner können Sie sich schnell ausrechnen, wieviel Sie für die Offshore-Umlage und die anderen Bestandteile des Strompreises zahlen.

Die BundesNetzAgentur (BNA) rechnet mit jährlichen Einnahmen von ca. 650 Millionen Euro durch die Offshore-Umlage (Quelle: Stellungnahme der BNA zum Gesetzentwurf, 18.10.2012, externer PDF Download von bundestag.de).

Laut EnWG ist nach drei Jahren, bis spätestens 31. Dezember 2015, eine Überprüfung des Betrags der Offshore-Umlage und gegebenenfalls eine Anpassung vorzunehmen.

Warum eine Offshore-Umlage?

Die Stromerzeugung auf Hoher See durch Offshore-Windkraftwerke stellt einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Energiewende und zur Deckung des künftigen Energiebedarfs in Deutschland durch erneuerbare Energien dar. Die ehrgeizigen Pläne der Bundesregierung sehen vor, dass bis 2030 eine Offshore-Kapazität von 25.000 MW installiert sein soll.

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